Funk: Harte Schale, elektronischer Kern – Gehäuse für HF-Upconverter und LNA‘s

Lange hatte ich keine Zeit, um mich mit Funk-Themen zu beschäftigen. Aber vor einiger Zeit erinnerte ich mich wieder an meinen RTL-SDR-Dongle. Diesen kramte ich aus seinem ruhigen Plätzchen in der hintersten Ecke der Schreibtisch-Schublade hervor und machte einige RX-Experimente mittels Nooelec-Upconverter (diesen hatte ich unbenutzt seit über einem Jahr in der Werkstatt liegen). Was ich schnell zeigte: Ein nicht wirklich berauschender Signalpegel im HF-Bereich. Offensichtlich dämpft der Upconverter so ordentlich, dass nur wenige (Radio)-Station zu hören waren – von AFu ganz zu schwiegen – obwohl ich das RX-Setup an einem sonst ordentlich performenden Dipol betrieb.

Daher entschloss ich mich, mittels vorgeschaltetem LNA dem Signal auf die Beine zu helfen. Im Netz fand ich nach einigen Recherchen den sog. LNA4HF, ein speziell für den HF-Bereich ausgelegter SDR-Upconverter-Verstärker. Fertig bestückt und inkl. Porto für 20,- Euro bestellte ich gleich einen. Wie ich feststellte bietet der kroatische OM 9A4QV, der den LNA entwickelt hat und nun produziert und weltweit über das Internet direkt vertreibt, auch einen LNA für den Frequenz-Bereich über 30 MHz an. Diesen LNA4ALL genannten Verstärker bestellte ich ebenfalls gleich mit.

Nach ein paar Tagen trudelten die beiden kleinen Platinchen per Post ein. Ein erster Funktionsaufbau – und -test beider LNA’s verlief erfolgreich. Wer zur Performance dazu mehr erfahren will, der findet HIER einen entsprechenden Artikel.

Doch die offene Elektronik störte mich. Also konstruierte ich kurzer Hand sowohl für die beiden LNA’s als auch für den Upconverter passende Kunststoffgehäuse, die ich anschließend von einem 3D-Druck-Service ausdrucken lies, da ich zu dem Zeitpunkt noch keinen eigenen 3D-Drucker in der Bastelkammer hatte.

Nach Handskizzen und erster Konstruktion werden vor dem Druck noch einmal alle relevanten Maße kontrolliert.

Nach Handskizzen und erster Konstruktion werden vor dem Druck noch einmal alle relevanten Maße kontrolliert.

Upconverter-Gehäuse in geöffneten Zustand. Die Innnenseiten des Gehäuses wurde später noch mit Aluminium-Tape beklebt, um eine HF-Schirmung sicherzustellen.

Upconverter-Gehäuse in geöffneten Zustand. Die Innnenseiten des Gehäuses wurde später noch mit Aluminium-Tape beklebt, um eine HF-Schirmung sicherzustellen.

Upconverter - Gehäuse in geschlossenem Zustand.

Upconverter – Gehäuse in geschlossenem Zustand.

Für die HF-Schirmung: Aluminium-Tape.

Für die HF-Schirmung: Aluminium-Tape.

Tape ist angebracht.

Tape ist angebracht.

Im LNA-Gehäuse habe ich beide Verstärker nebeneinander angeordnet. Über einen einfachen Kippschalter wird entweder der eine oder aber der andere LNA mit Spannung versorgt, die von der seitlich angeordneten DC-Buchse kommt.

Die Unterseite des LNA-Gehäuses. Die beiden LNA's sind parallel montiert. Mit dem Kippschalter wird die Spannungsversorgung auf den jeweils verwendeten LNA geschaltet.

Die Unterseite des LNA-Gehäuses. Die beiden LNA’s sind parallel montiert. Mit dem Kippschalter wird die Spannungsversorgung auf den jeweils verwendeten LNA geschaltet.

Die Vorderseite - links ist der LNA4HF und rechts der LNA4All montiert. Die Innenseiten des Gehäuses sind mit Aluminium-Tape beklebt, um eine HF_Schirmung zu haben.

Die Vorderseite – links ist der LNA4HF und rechts der LNA4All montiert. Die Innenseiten des Gehäuses sind mit Aluminium-Tape beklebt, um eine HF_Schirmung zu haben.

Die beiden LNA's sind nebeneinander angeordnet. Dazwischen ein Kippschalter, um die Spannungsversorgung auf den jeweils genutzten LNA zu schalten. Links ist die DC-Buchse zu erkennen.

Die beiden LNA’s sind nebeneinander angeordnet. Dazwischen ein Kippschalter, um die Spannungsversorgung auf den jeweils genutzten LNA zu schalten. Links ist die DC-Buchse zu erkennen.

Sauber verstaut...fehlt nur noch die HF-Schirmung mittels Alu-Tape.

Sauber verstaut…fehlt nur noch die HF-Schirmung mittels Alu-Tape.

Zu meiner großen Freude zeigten beide Gehäuse eine wirklich gute Passform. Ich musste lediglich die Stützstrukturen entfernen und mit einem Cutter kleine Unebenheiten an den Gehäusedurchbrechungen leicht abschaben. Um die Gehäuse entsprechend abzuschirmen habe ich auf Aluminium-Tape zurückgegriffen, mit welchem ich die Gehäuse von innen beklebte.

Für Nachbaubegeisterte habe ich hier die Druckdaten (STL) für das Upconverter-Gehäuse und das LNA-Gehäuse zum download bei thingiverse abgelegt.

Zum Nachbau der Gehäuse sind folgende Materialien nötig:

4x M3-Schrauben & Muttern

4 Druckteile: Ober- und Unterteile der beiden Gehäuse

1x SMA-Adapter

Aluminium-Klebeband

2x Kippschalter

1x DC-Einbaubuchse

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2 Gedanken zu “Funk: Harte Schale, elektronischer Kern – Gehäuse für HF-Upconverter und LNA‘s

  1. Hi,
    Ich habe eine Frage zum Gehäuse für den LNA: Hast du keine Problene mit der HF-Schirmung? Bei mir sind mehrere Gehäuse-Versuche gescheitert, da durch die Schirmung immer viele Störungen entstehen, da vermutlich das Ganze durch die Gehäuseform oszilliert.

    • Hallo Laurin, ich habe zwei LNA4 All, einer ist in dem geschilderten Gehäuse, der andere LNA nicht. Störungen im geschirmten LNA konnte ich im direkten Vergleich bisher nicht feststellen.

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