Modellbau: Welrod MK II Nachbau

Technischer Modellbau ist eine meiner ganz großen Bastel-Leidenschaften. Angefangen von der Konstruktion über den Prototypenbau, der Optimierung bis hin zur Fertigung mittels unterschiedlicher Technologien macht diese Art des Modellbaus für mich spannend – besonders wenn es um den Nachbau von historischen Gerätschaften geht. Denn dann lernt man im Rahmen der nötigen Recherchen nicht nur etwas über die technische Seite von Dingen, sondern auch über die Zeit-Geschichte.

Schon seit meiner Kindheit sind die technischen Details und unterschiedlichen Konzepte von Handfeuerwaffen ein Feld, welches mich wegen seiner Diversität fesselt. Ob nun frühe Steinschloss-Gewehre, hoch anspruchsvolle und mit unter komplizierte Pistolenkonstruktionen bis hin zu Verschlusstechnologien die über das vergangene halbe Jahrhundert immer weiter verfeinert wurden – alles technische Finessen, die man entdecken kann. Dabei ist es als Modellbauer natürlich spannend auszuprobieren, ob sich diese feinmechanischen Konstruktionen nicht mit eignen Mitteln nachbauen lassen – natürlich unter strikter Einhaltung der Gesetze. Wenn man über den heimischen Tellerrand schaut, so bin ich mit diesem Hobby nicht alleine. Besonders in Japan gibt es eine größere Modellbau-Szene, die genau dies macht. In heimischen Werkstätten entstehen sogenannte Modelguns  – als nicht schussfähige Abbilder echter Waffen. Die Modellbauer setzen dabei von Pappe über Kunststoffe bis hin zu Aluminium und Messing eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Materialien ein – die aber eines gemeinsam haben: Sie sind ungeeignet für den Bau von schussfähigen Waffen.

Vor einigen Jahren habe ich ebenfalls begonnen, mit kleineren Projekten vorbildgetreue Abbilder zu bauen. Mein STGW 42 Projekt mit unterschiedlichen Griffstücken habe ich hier ausführlich dokumentiert.

Seit dem ist viel Zeit ins Land gegangen. Über die vergangenen Monate ist bei mir dann die Idee gereift, einmal einen kompletten Nachbau anzugehen. Grundüberlegung war es, so viele Teile wie möglich zunächst als Druckobjekte herzustellen – um sowohl die Funktion als auch die Verwendbarkeit für ein Modell aus Aluminium und Messing zu prüfen.

Als Nachbau-Objekt wollte ich zunächst klein anfangen. Also entschied ich mich für ein Pistolen-Modell. Aber in Natura gibt es so viele Vorbilder. Aus meiner Sicht musste es also es etwas werden, was noch nicht so geläufig ist, um auch für spätere Betrachter interessant zu sein. Nach vielen Recherchen entschied ich mich für den Nachbau einer Welrod MK II Pistole. Das Ausschlaggebende war, dass sie wenig bekannt ist und von der Mechanik einige interessante Aspekte aufweist.

 

Es geht los

Nach einigen langen Abenden war klar, dass es zu der Pistole kaum technische Dokumentationen im Internet gibt. Dennoch konnte ich eine brauchbare Schnittzeichnung im Internet ausfindig machen. Solche eine Zeichnung war für mich eine gute Grundlage, um mit der CAD-Konstruktion der einzelnen Bauteile zu beginnen. Mehrere Wochen dauerte es, bis ich alle Teile am Rechner konstruiert hatte. Die virtuelle Montage der Einzelteile half, Maßunterschiede und Konstruktionsfehler beim Nachkonstruieren zu beheben.

Dann ging es an den Druck. Wieder brauchte es mehrere Wochen, um mit meinen beiden Druckern die einzelnen Modell-Teile aus PLA und ABS zu produzieren. Nach dem Druck wurde gefeilt und gebohrt, um die Druckteile zueinander passend zu bekommen, denn alle Teile waren nur mit geringen Toleranzen konstruiert. Die nötigen Toleranzen wollte ich in einem zweiten Schritt aus dem erstellten Prototypen-Modell ableiten, um dann die CAD-Konstruktion anzupassen und hinterher Pläne zu erstellen, damit ich die Teile aus Alu und Messing herstellen kann.

 

Hier mal ein Einblick in den derzeitigen Stand des Projekts:

 

Virtuell montiert: Das selbst konstruierte CAD-Modell.

Blick in das Innere: Dank CAD kann die Konstruktion virtuell geprüft werden.

Drehstück aus PLA.

Auch das Gehäuse ist aus PLA entstanden.

Der Auszieher ist aus PLA gedruckt.

Das Raststück ist aus ABS gedruckt.

Der Bolzen ist aus ABS gedruckt.

Bolzen und Halterast…

Die Abzuspalten aus ABS auf de Druckbett.

Stehend gedruckt: Der ABS-Verschluss.

Seitenansicht des aus ABS gedruckten Verschluss.

Verschluss von unten.

Das teilzerlegte Modell…

Voll zerlegte Modelgun aus Druckteilen (es fehlen noch einige Teile). Lediglich das Blech-Magazin ist aus einer alten japanischen Modelgun.

Draufsicht auf das montierte Modell von oben. Der Verschluss ist geschlossen.

Blick auf den Verschluss. Der gedruckte Auszieher und Bolzenkopf sind gut erkennen.

Der Verschluss ist offen. Zu erkennen ist die aus ABS gedruckte Dummy-Round.

 

Derzeit fehlen mir noch einige wenige Teile (Dämpferteilt, Abzug). Diese werde ich noch drucken. 

An dieser Stelle berichte ich dann hoffentlich bald wieder.

 

Horrido und stay tuned.

Wiederbelebung eines französischen Velo-Klassikers: 1970iger Motobecane Monaco

Der Glanz vergangener Tag ist zurück!

In den 1970iger Jahre brachte der französisches Zweihersteller Motobecane, der Mitte der Achtziger Insolvenz anmeldete und dessen Reste heute zu Yamaha gehören, das hartgelötete Stahlrahmen-Rennrad/Touring-Rad Monaco auf den Markt. Ausgestattet ist das Bike mit einem 5-fach Huret Schaltwerk, Umwerfer und Schalthebel (ohne Rasterung), Naben mit der Einprägung „Normandy“ und Mittelzugbremsen von Dia Comp.

Mein Rad hat schon so manche Strecke verlässlich hinter sich gebracht, dabei aber selbstverständlich einige Gebrauchsspuren abbekommen. Die Chromteile waren vom Rost gezeichnet, der Rahmen hat zahlreiche Lackabplatzer, an den sich die Oxidpest zeigte. Insgesamt machte das Rad optisch einen eher trüben Eindruck – sicherlich auch, weil der Lack schon an Strahlkraft verloren hatte. Den damals verbauten Touring-Lenker tauschte ich vor einigen Jahren gegen eine gerade Version und montierte Shimano-Bremshebel. Auch der ursprüngliche Sattel wurde gegen einen sehr bequemen und schicken Brooks Ledersattel getauscht. Ansonsten ist alles noch original.

Urzustand - noch ok, aber der Rost und der Zahn der Zeit zeigt sich.

Urzustand – noch ok, aber der Rost und der Zahn der Zeit zeigt sich.

Früher war Monaco noch schick...;-)

Früher war Monaco noch schick…;-)

Der verchromte Schnellspanner ist arg gezeichnet.

Der verchromte Schnellspanner ist arg gezeichnet.

Weitere verchromte Teile hat der Rost fest im Griff...

Weitere verchromte Teile hat der Rost fest im Griff…

Oxid auch auf den Bremsen.

Oxid auch auf den Bremsen.

Rost soweit das fokussierte Auge schaut...

Rost soweit das fokussierte Auge schaut…

Kein schöner Anblick!

Kein schöner Anblick!

...und noch mehr Rost an Stellen an denen der Lack ab ist.

…und noch mehr Rost an Stellen an denen der Lack ab ist.

 

Grundsätzlich: Eine behutsame Restaurierung

Vor einigen Wochen habe ich dann aber das Elend nicht mehr mit ansehen können. Ich entschied mich für eine Patina-bewahrende Aufarbeitung des Bikes. Zugleich wollte ich aber einen Bullhorn-Lenker mit inversen Bremshebeln verbauen – denn so ein Lenker macht einen sportlicheren Eindruck und wertet den Straßenrenner zudem optisch auf.

Bei der farblichen Abstimmung musste ich mich am original hellblauen Farbton orientieren. Aus meiner Sicht passen dazu gut rot/braun-Töne. Aus dem Grund mussten auch die alten Reifen-Mäntel runter. Das Lenkerband sollte ebenfalls passen. Last but not least plante ich den Austausch der schwarzen Bremskabelhüllen gegen silberfarbene Pendants.

 

Die neuen Teile

Der Plan stand also, was noch fehlte waren die passenden Teile. Den Bullhorn-Lenker kaufte ich gebraucht über ebay-Kleinanzeigen. Nach einigen Abenden der Recherche blieb ich beim Online-Händler custom-junkies hängen. Dort orderte ich die restlichen Teile:

  • Continental Grand Prix Classic Faltreifen in rot-braun-schwarz
  • Tektro RX 4.1 TT Lenkerend-Bremshebel in silber
  • Bremshülle und Züge von Jagwire in perl-silber
  • Deda Lenker-Tape in gold carbon
  • eine klassische Rennglocke in Messing

Leider habe mit dem Deda Lenkertape einen wirklichen Fehlgriff gemacht, denn das gold carbon wirkte auf dem Monitor doch wesentlich dunkler als es dann in Natura am Lenker strahlte. Aus dem Grund werde ich das Deda-Tape wieder entfernen. Ersatz dafür habe ich auch schon gefunden: Benotto Celo-Tape in braun. Dieses in den 1970/80 populäre Tape wird hoffentlich bald ankommen und natürlich gleich angebracht.

 

Die Aufarbeitung im Detail

Eisenoxid muss runter

Sowohl der Stahlrahmen als auch die verchromte Teile waren von Rost befallen. Da ich den Lack und damit den wertvollen Alterseindruck bewahren wollte, kamen Radikalmaßnahmen wie Abschleifen oder Sandstrahlen nicht in Frage. Stattdessen entschied ich mich für die Behandlung mittels Rostwandler auf Phosphorsäure-Basis. Ein unter Restauratoren sehr bewährte Mittel ist Pelox RE . Die nach der Behandlung entstehenden mehr oder weniger blanken Metalloberflächen versiegelte ich mit Owatrol-Öl. Das Öl ist besonders für leicht angerostete Stellen sehr brauchbar, da es sich in den rostigen Poren festsetzt und so Wasser nachhaltig verdrängt – damit ist ein weiterrosten ausgeschlossen. Dies und auch die versiegelnde Wirkung mache ich mir für die Stahlteile zu nutze.

Vor der Ausarbeitung steht die gründliche Vorreinigung.

Vor der Aufarbeitung steht die gründliche Vorreinigung.

Arbeit an der Werkbank...

Arbeit an der Werkbank…

Hilfreiche Mittelchen für die Restaurierung: Pelox RE Rostentfernter (links) und Owatrol-Öl .

Hilfreiche Mittelchen für die Restaurierung: Pelox RE Rostentfernter (links) und Owatrol-Öl .

An der Gabel hat sich auf dem Chrome der Rost durchgekämpft.

An der Gabel hat sich auf dem Chrome der Rost durchgekämpft.

Pelox wirkt...

Pelox wirkt…

Verchromte Gabel ohne Rost - dank Pelox.

Verchromte Gabel ohne Rost – dank Pelox.

Demontiert und aufgearbeitet.

Demontiert und aufgearbeitet.

Auch die Bowdenzughalter hat der Rost heimgesucht...Pelox greift an.

Auch die Bowdenzughalter hat der Rost heimgesucht…Pelox greift an.

Nach der Pelox-Behandlung: Kein Rost mehr zu sehen. Den Rest erledigt Owatrol.

Nach der Pelox-Behandlung: Kein Rost mehr zu sehen. Den Rest erledigt Owatrol.

An den unzugänglichsten Stellen hat sich der Rost festgesetzt.

An den unzugänglichsten Stellen hat sich der Rost festgesetzt.

Rostentferner Polen wirkt an den Lötmuffen des Stahlrahmens.

Rostentferner Pelox wirkt an den Lötmuffen des Stahlrahmens.

und noch mehr.

 …und noch mehr Rost.

Nach der Behandlung mit Pelox behandele ich die Stellen zur Sicherheit noch mit Owatrol.

Nach der Behandlung mit Pelox behandele ich die Stellen zur Sicherheit noch mit Owatrol.

Fast wie neu...

Fast wie neu…

 

Nicht nur die Stahl- und Eisenteile oxidieren, auch das Aluminium hat eine Oxidschicht angesetzt. Dieser Schicht rückte ich mit Autosol Polierpaste an mehreren Abenden in mühseliger Polierarbeit zu Leibe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch die Pedalen, die verchromten Gabelteile und Komponententeile polierte ich entsprechend.

Pelox bei der Arbeit...

Pelox bei der Arbeit…

Polieren der Pedalen...mühselig.

Polieren der Pedalen…mühselig.

Echte Handarbeit: Polieren der Bremsen.

Echte Handarbeit: Polieren der Bremsen.

Fertig: Die polierten Bremsen. Ihr Alter können sie dennoch nicht leugnen - sehen dabei aber gut aus.

Fertig: Die polierten Bremsen. Ihr Alter können sie dennoch nicht leugnen – sehen dabei aber gut aus.

 

Lackaufarbeitung

Der Lack ist schon in die Jahre gekommen. Ständiges Sonnenlicht lässt Lacke verbleichen. Mit Polytrol Lackauffrischer kann man hingegen Lacke auf Kunstharzbasis wieder neue Leuchtkraft verleihen. Dazu trägt man das Öl mit einem weichen Tuch auf, lässt es 10 Minuten einwirken und poliert es anschließend mit einem Tuch wieder ab. Das Ergebnis hat mich positiv überrascht.

Mit Polytrog werden Kunststoffteile und Lacke auf Kunstharzbasis wieder frisch.

Mit Polytrol werden Kunststoffteile und Lacke auf Kunstharzbasis wieder frisch.

Der Glanz vergangener Tag ist zurück!

Der Glanz vergangener Tag ist zurück!

 

Die neuen Komponenten

Der gebrauchte Bullhornlenker wurde zunächst von seinem alten Lenkertape befreit und ordentlich gereinigt. Daraufhin wurde er montiert, die Bremshebel angeschraubt und die Bremsbowdenzüge verlegt und zugeschnitten. Schließlich befestigte ich die Bremshüllen bündig unter dem Lenker und fixierte diese mit Textil-Tape, um mit dem Deda Bar-Tape eine saubere Umwickelung zu gewährleisten. Die Klingel wanderte an die Position, an der die alte Klingel lange ihren Dienst versah. Zu guter Letzt zog ich die neuen rotbraun-schwarzen Conti-Reifen auf.

Die neuen Teile warten auf die Montage.

Die neuen Teile warten auf die Montage.

Der neue Lenker ist angebracht.

Der neue Lenker ist angebracht.

Fixierung der Bremszüge - so ist das Anbringen des Bar-Tapes einfacher.

Fixierung der Bremszüge – so ist das Anbringen des Bar-Tapes einfacher.

Die Bremszüge sind unter dem Lenker geführt.

Die Bremszüge sind unter dem Lenker geführt.

Farbliche Harmonie: Silbergrau der Bowdenzughülle passt gut zur Farbe des Rahmens.

Farbliche Harmonie: Silbergrau der Bowdenzughülle passt gut zur Farbe des Rahmens.

 

(Fast)FERTIG

Der Klassiker lebt!

Der Klassiker lebt!

Die Retro-Contis machen was her.

Die Retro-Contis machen was her.

Das Schaltwerk ist wieder voll gangbar und poliert...

Das Schaltwerk ist wieder voll gangbar und poliert…

Fest zupacken und dabei gut aussehen - die polierten Bremsen.

Fest zupacken und dabei gut aussehen – die polierten Bremsen.

Ein passender Ersatz: Die neue Klingel.

Ein passender Ersatz: Die neue Klingel.

Geht leider überhaupt nicht - die Farbe des Lenker-Tapes! Das tausche ich schnellstens.

Geht leider überhaupt nicht – die Farbe des Lenker-Tapes! Das tausche ich schnellstens.

Der Glanz vergangener Tag ist zurück!

Fazit:

Es hat mir Freude bereitet, mein Motobecane wieder alltagstauglich gemacht zu haben und dabei den Charme eines gealterten Sportflitzers konserviert zu haben. Die neue Lenker-Brems-Einheit hat während der Fahrt der ersten Runden richtig Spaß gemacht.

Einizger Wehrmutstropfen: Das Deda Bar Tape in gold pass farblich überhaupt nicht! Aber wie geschrieben werde ich hoffentlich in der kommenden Woche das Benotto Celo-Tape in braun aufziehen können. Für die nun wieder früh dunkel werden Tage habe ich noch Lezyne Femto Drive Leuchten geordert, damit sollte dann am Ende alles für die Freude auf dem betagten Drahtesel beisammen sein.

 

Horrido und stay tuned.

 

UPDATE (16.09.2016)

 

Das Benotto Celo Bar Tape in braun und die Femto Drive LED Lampen sind angekommen.

Benotto Celo Lenkerband in braun (links) und Isoliertape - mehr ist für den Lenker nicht mehr nötig.

Benotto Celo Lenkerband in braun (links) und Isoliertape – mehr ist für den Lenker nicht mehr nötig.

Die LED-Beleuchtung ist auch angekommen...

Die LED-Beleuchtung ist auch angekommen…

Femto Drive - handlich und schick (Rücklicht ist rechts zu sehen).

Femto Drive – handlich und schick (Rücklicht ist rechts zu sehen).

Also habe ich schnell das goldene Lenkerband wieder abgemacht und den Lenker mit dem Celo Bar Tape umwickelt.

Nun sieht das Velo endlich auch farblich absolut stimmig aus.

Hier mal einige Bilder der Lenkerarbeit:

Das goldene Tape muss runter...

Das goldene Tape muss runter…

Direkter Vergleich: Links der Fehlkauf, rechts das optisch passende Benotto Lenker Tape.

Direkter Vergleich: Links der Fehlkauf, rechts das optisch passende Benotto Lenker Tape.

Fertig gewickelt: Das Benotto Lenkertape aus alten Lagerbeständen ließ sich prima anbringen.

Fertig gewickelt: Das Benotto Lenkertape aus alten Lagerbeständen ließ sich prima anbringen.

Farbabgleich: Tape und Reifen passen farblich super zusammen...

Farbabgleich: Tape und Reifen passen farblich super zusammen…

 

FERTIG

Fertig! Nun passt auch die Farbe des Lenkers - dank original Benotto Tape  (braun) aus den 1970...

Fertig! Nun passt auch die Farbe des Lenkers – dank original Benotto Tape (braun) aus den 1970…

Schön anzusehen - die Lenkerfarbe pass prima zum Sattel und den Reifen.

Schön anzusehen – die Lenkerfarbe pass prima zum Sattel und den Reifen.

 

Yamaha TY50 – Vergaser ist undicht…

Die ersten Runden mit der frisch restaurierten TY50 haben leider schnell gezeigt, dass der Vergaser mit der angefertigten Gummi-Dichtung für die Schwimmerkammer nicht zufrieden ist und leckt.

Original-Dichtungen für den Teikei-Vergaser Y14P sind nicht mehr zubekommen. Daher musste ich eine Dichtung selbst anfertigen. 1mm benzinbeständiges Dichtungsgummi - von der Form her passt es.

Original-Dichtungen für den Teikei-Vergaser Y14P sind nicht mehr zubekommen. Daher musste ich eine Dichtung selbst anfertigen. 1mm benzinbeständiges Dichtungsgummi – von der Form her passt es.

Zunächst dachte ich, die Ursache wären die Überlauf-Auslässe, aber bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass der Sprit aus den Dichtflächen tröpfchenweise austrat. Also demontierte ich den Vergaser vom Motor und schraube Ihn in der Bastelkammer auseinander. Und tatsächlich: Die angefertigte Gummidichtung war an einigen Stellen völlig zerquetscht und durch Kanten der Dichtfläche angeschnitten.

Die angefertigte Gummi-Dichtung hat die Schwimmerkammer nicht zuverlässig abgedichtet. Schon leichtes Anziehen der Befestigungsschrauben hat die Dichtung stark beschädigt. Ersatz ist dringend nötig.

Die angefertigte Gummi-Dichtung hat die Schwimmerkammer nicht zuverlässig abgedichtet. Schon leichtes Anziehen der Befestigungsschrauben hat die Dichtung stark beschädigt. Ersatz ist dringend nötig.

Also griff ich ins Regal mit der Dichtungsmaterialkiste. Meine Wahl diesmal: Ellring-Dichtungspapier mit 1,5mm Stärke.

Die Dichtung schnitt ich wieder von Hand, nachdem ich die Schwimmkammer-Dichtfläche mit Altöl bestrichen hatte und so einen Konturabdruck auf das Papier drückte. Nach ca. 30 Minuten war die Dichtung fertig angefertigt.

1,5mm Papierdichtung - das Dichtungspapier is zugeschnitten und auf die Kontur der Dichtfläche angepasst.

1,5mm Papierdichtung – das Dichtungspapier ist zugeschnitten und auf die Kontur der Dichtfläche angepasst.

Nach Montage des Vergaser und Befestigung am Einlassstutzen machte ich gleich eine Probefahrt. Und siehe da – nun ist er dicht!

Soweit aus der Bastelkammer.

 

Horrido und stay tuned.

Yamaha TY50 Restaurierung: Fertig

An diesem Wochenende war es nach gut vier Monaten Restaurierung soweit – die Maschine kam aus der Bastelkammer wieder an das Tageslicht.

Bei gutem Sonnenschein macht die 50er-Trial einen tollen Eindruck…

TY50M-restauriert_links

TY50M-restauriert_rechts

Nach drei kurzen Kicks auf den Starterhebel fing der Motor sofort an zu schnurren – da habe ich gleich ein kleines Filmchen machen müssen:

 

Derzeit läuft der Motor mit einem 1:20-Gemisch, da ich der Autolube-Pumpe noch nicht so recht traue. Bei Gelegenheit werde ich aber auch dieses Bauteil prüfen und einstellen. Solange fahre ich mit der 1:20-Mischung. Die Zuleitung der Autolube-Pumpe zum Ansaugkanal ist bis dahin erst einmal abgeklemmt.

Eine erste Runde mit der Trial hat gezeigt, dass offensichtlich am Teikei-Vergaser (Typ TK y14P) etwas undicht ist. Entweder ist die Dichtung am Choke oder die des Vergaserdeckels undicht. Das werde ich mir nun einmal näher ansehen und die Dichtungen erneuern. Zudem müssen die Vorder- und Hinterradbremsen  noch strammer eingestellt werden.

 

Etwas Arbeit ist noch zu tun – aber die kleine Yamaha läuft, fährt sich gut und sieht dabei toll aus – ein Traum..;-)

Soweit von draußen vor der Bastelkammer…

 

Hirohito und stay tuned.

 

Yamaha TY50 Restaurierung: Montage der 50iger-Trial

Die Montage Maschine ging sehr gut von der Hand. Lediglich einige Schrauben mussten gegen neue Exemplare getauscht werden.

In kleinen Arbeitsschritten arbeitete ich mich bei der Montage bis zur Fertigstellung vor.

Hier mal einige Bilder…

Kugel für Kugel wird in die vorgefettete Lageschale gelegt. Der Kabelbinder hilft vor dem Verrutschen.

Kugel für Kugel wird in die vorgefettete Lageschale gelegt. Der Kabelbinder hilft vor dem Verrutschen.

Kugel für Kugel wird in die vorgefettete Lageschale gelegt. Der Kabelbinder hilft vor dem Verrutschen.

Kugel für Kugel wird in die vorgefettete Lagerschale gelegt. Der Kabelbinder hilft vor dem Verrutschen.

Gabelbrücke ist wieder im Rahmen.

Gabelbrücke ist wieder im Rahmen.

Die Gabel ist montiert.

Die Gabel ist montiert.

Ein neues Lenkradschloss ist auch wieder im Rahmen.

Ein neues Lenkradschloss ist auch wieder im Rahmen.

Hinterrad ist da wo es hingehört.

Hinterrad ist da wo es hingehört.

Die Räder sind dran.

Die Räder sind dran.

Das hintere Schutzblech ist auch dran.

Das hintere Schutzblech ist auch dran.

Tank und Sitzbank fehlen noch.

Tank und Sitzbank fehlen noch.

Auspuff und Hitzeschutzblech sind dran.

Auspuff und Hitzeschutzblech sind dran.

Probemontage von Tank und (unfertiger) Sitzbank.

Probemontage von Tank und (unfertiger) Sitzbank.

Horrido und stay tuned…

 

Yamaha TY50 Restaurierung: Motoraufbereitung

Da der Motor gut lief, als ich die Maschine bekommen habe, und ansonsten keine Undichtigkeiten oder Leistungseinbußen bei der Testfahrt festzustellen waren, habe ich mich auf eine äußerliche Aufarbeitung beschränkt. D.h. generelle Reinigung, Kühlrippen reinigen und polieren, Motorseitenteile eine neue Farbschicht gönnen. Natürlich frisches Getriebeöl und eine neue Zündkerze.

 

Hier die bildliche Darstellung der Arbeiten:

Der Motor wird teildemontiert.

Der Motor wird teildemontiert.

Sand mehrere Jahrzehnt war wir festgebacken...

Sand mehrerer Jahrzehnte war wie festgebacken…

Wie bei soviel Sand die Kupplung überhaupt noch funktionieren konnte ist mir ein Rätsel...

Wie bei soviel Sand die Kupplung überhaupt noch funktionieren konnte ist mir ein Rätsel…

Ne Schippe voll Sand hielt der Motor bereit.

Ne Schippe voll Sand hielt der Motor bereit.

Das alte Getriebeöl muss raus.

Das alte Getriebeöl muss raus.

 

Die Seitenteile werden nach der Demontage erstmal gründlich gereinigt.

Die Seitenteile werden nach der Demontage erstmal gründlich gereinigt.

Die Kreutschrauben des rechten Seitendeckels musste ich mittels Schlagschrauber lösen.

Die Kreutzschrauben des rechten Seitendeckels musste ich mittels Schlagschrauber lösen.

Der Lack ist arg mitgenommen und wird erneuert.

Der Lack ist arg mitgenommen und wird erneuert.

Linke Seitenteile sind vom alten Lack befreit.

Linke Seitenteile sind vom alten Lack befreit.

Das geschliffen rechte Motorgehäuse.

Das geschliffen rechte Motorgehäuse.

grundiert...

grundiert…

Die lackierten Seitenteile warten auf ihre Montage.

Die lackierten Seitenteile warten auf ihre Montage.

Auf der rechten Seite kommt eine neue Dichtung zwischen Seitenteil und Motorgehäuse.

Auf der rechten Seite kommt eine neue Dichtung zwischen Seitenteil und Motorgehäuse.

Montiert: Die rechten Seitenteile...

Montiert: Die rechten Seitenteile…

Nach der Montage bekommt das Getriebe frisches Öl.

Nach der Montage bekommt das Getriebe frisches Öl.

Horrido und stay tuned..

Yamaha TY50 Restaurierung: Reparatur der Doppelsitzbank

Sie sind rar, sind nicht besonders verbreitet, einige finden sie hässlich – die Rede ist von der Doppelsitzbank, die eigentlich fast ausschließlich bei den nach Deutschland eingeführten TY50M montiert war.

Die Sitzbank meiner Maschine war sehr strapaziert: Das Blech durchrostet und gebrochen, Bezug völlig hinüber. Einzig das Polster war noch in einem akzeptablen Zustand.

Also musste ich der Baugruppe etwas mehr Zeit widmen, denn es musste geschweißt, gespachtelt, lackiert und bezogen werden.

Hier mal der Arbeitsablauf in Bildern:

Nach dem Sandstrahlen zeigen sich die Schäden am Sitzbackblech: Durchforstung und Blechbrüche...

Nach dem Sandstrahlen zeigen sich die Schäden am Sitzbackblech: Durchforstung und Blechbrüche…

Das gebrochene und durchgerostete Sitzbankblech ist geschweißt.

Das gebrochene und durchgerostete Sitzbankblech ist geschweißt.

Von beiden Seite ist das gebrochene Sitzbankblech geschweißt.

Von beiden Seite ist das gebrochene Sitzbankblech geschweißt.

Die Druchrostungslöcher und rostbedingten Unebenheit sind mit Faserspachtel behandelt.

Die Druchrostungslöcher und rostbedingten Unebenheit sind mit Faserspachtel behandelt.

Faserspachtel wird glattgeschliffen.

Faserspachtel wird glattgeschliffen.

Das Sitzbackblech muss nach der Reparatur noch einem grundiert werden.

Das Sitzbackblech muss nach der Reparatur noch einem grundiert werden.

Das Sitzbackblech ist lackiert. An einigen stellen zeigen sich noch Rostnaben - aber diese sind später nicht mehr zu sehen, da dort das Sitzbankpolster aufliegen wird.

Das Sitzbackblech ist lackiert. An einigen stellen zeigen sich noch Rostnaben – aber diese sind später nicht mehr zu sehen, da dort das Sitzbankpolster aufliegen wird.

Die Unterseite des lackierten Sitzbackblechs.

Die Unterseite des lackierten Sitzbackblechs.

Beziehen der Sitzbank. Es ist nicht viel Werkzeug nötig.

Beziehen der Sitzbank. Es ist nicht viel Werkzeug nötig.

Der Bezug wir in die im Sitzbackblech eingebrachten Haken eingeklemmt.

Der Bezug wir in die im Sitzbackblech eingebrachten Haken eingeklemmt.

Wo keine Haken mehr vorhanden sind (weil weggerostet) wird mit Sprühkleber der Sitzbezug befestigt.

Wo keine Haken mehr vorhanden sind (weil weggerostet) wird mit Sprühkleber der Sitzbezug befestigt.

Umfunktionert: Ein großer Nagel wird zum Scharnierbolzen.

Umfunktionert: Ein großer Nagel wird zum Scharnierbolzen.

Der Scharnierbolzen bekommt mittels Fräse eine Querbohrung.

Der Scharnierbolzen bekommt mittels Fräse eine Querbohrung.

Sitzbank-Scharnier: Achse besteht aus einem Nagel, der eine Querbohrung bekommen hat, durch die ein Sicherungsdraht für den zuverlässigen Halt sorgt.

Sitzbank-Scharnierbolzen: Achse besteht aus einem Nagel, der eine Querbohrung bekommen hat, durch die ein Sicherungsdraht für den zuverlässigen Halt sorgt.

Fertig bezogen: Der Replica-Sitzbankbezug ist aufgezogen.

Fertig bezogen: Der Replica-Sitzbankbezug ist aufgezogen.

Bezogenen Sitzbank auf der Yamaha TY50 montiert.

Bezogenen Sitzbank auf der Yamaha TY50 montiert.

Horrido und stay tuned.