Instandsetzung: Vintage Kyosho Motor GS-11X

Da stand der 20 Jahre alte Kyosho Ford GT 40 (Das Fahrzeug wurde 1996 erstmalig im Kyosho-Katalog aufgeführt) aus der Pure Ten Nostalgic-Serie nun schon über ein Jahr lang im Regal – unangetastet seit dem ich den Wagen zusammen mit RC-Anlage und vielen Kleinteilen für wenig Euros bei ebay erstanden hatte.  Eigentlich wollte ich das Modell wieder verkaufen, aber dann juckte es mich doch in den Fingern, denn das kleine 1,8ccm (0.1 cubic inch) Motörchen bewegte sich nicht.

Also baute ich kurz entschlossen den Motor vom Typ GS-11X fluchs aus – die drei Kreuzschrauben waren halt schnell gelöst.

Zunächst musste die Glühkerze raus, dann demontierte ich den halb herabhängenden Seilzugstarter  – die Halteschraube war offensichtlich dem Vorbesitzer abhanden gekommen. Nun konnte ich am Schwungrad drehen und die Kompression prüfen. Hurra, der Motor baute entsprechenden Druck auf und der Kolben lief in der Laufbuchse ohne merkliche Geräusche oder Zuckungen – ein gutes Zeichen. Nicht so gut hingegen war der festsitzende Vergaserdrehschieber. Von aussen war schon zu erkennen, dass der Vergaser vermutlich durch die lange Standzeit und die falsche Lagerungspräperation völlig verharzt war.

Ich ging sodann ans Werk. Von aussen reinigte ich den Motor samt Vergaser mit handelsüblichem Vergaserreiniger.

Von aussen wird der Motor mit Vergaserreiniger von Verunreinigungen befreit. Der Seilzugstarter (link im Bild) ist demontiert.

Von aussen wird der Motor mit Vergaserreiniger von Verunreinigungen befreit. Der Seilzugstarter (link im Bild) ist demontiert.

Der geschmierte Seilzugstarter ist wieder wo er hin gehört.

Der geschmierte Seilzugstarter ist wieder wo er hin gehört.

Den Vergaser löste ich von seinem Arbeitsplatz – die beiden Halteschrauben ließen sich ohne große Umstände lösen – ein beruhigendes Zeichen. Alsdann schraube ich den Vergaser auseinander, soweit es ging.

Deutlich zu erkennen: Der Vergaser ist völlig verharzt. Der Drehschieber sitzt bombenfest im Gehäuse.

Deutlich zu erkennen: Der Vergaser ist völlig verharzt. Der Drehschieber sitzt bombenfest im Gehäuse.

Der Drehschieber erwies sich als so hartnäckig, dass ich zum kleinen Bunsenbrenner greifen musste, um das Gehäuse vorsichtig zu erwärmen. Nach kurzer Zeit konnte ich dann glücklicherweise den Drehschieber mit einer Zange langsam aus dem Vergasergehäuse herausdrehen.

Vergaser: Der Drehschieber saß so fest im Vergasergehäuse, dass nur noch das Erwärmen mittels Brenner half, um die Teile zu demontieren.

Vergaser: Der Drehschieber saß so fest im Vergasergehäuse, dass nur noch das Erwärmen mittels Brenner half, um die Teile zu demontieren.

Der Vergaser ist demontiert. Die Teile zeigen deutliche Gebrauchsspuren und Verharzung. Da hilft nun noch gründliche Reinigung im Ultraschallbad.

Der Vergaser ist demontiert. Die Teile zeigen deutliche Gebrauchsspuren und Verharzung. Da hilft nun noch gründliche Reinigung im Ultraschallbad.

Die Teile sahen aber alles andere als nutzbar aus. Also ab damit ins Ultraschallbad. Nach der Tortur im 60° C heißen Wasser polierte ich die angelaufenen Flächen noch mit Schleifließ blank. Die anschließende Montage verlief ohne erhöhten Kraftaufwand sehr problemlos.

Die Vergaser-Teile im 60° C heißen Ultraschallbad...

Die Vergaser-Teile im 60° C heißen Ultraschallbad…

 

Der Blick in die vorliegende Montageanleitung half, um das Vergaser-Drehschieber-Spaltmaß einzustellen und den Motor ordnungsgemäß in das Chassis wieder einzubauen.

Done: Motor ist wieder fit für den Fahreinsatz.

Done: Motor ist wieder fit für den Fahreinsatz.

Der Kyosho GS-11X Motor ist aufgearbeitet und wartet auf den Einbau ins Pure Ten Nostalgic Chassis.

Der Kyosho GS-11X Motor ist aufgearbeitet und wartet auf den Einbau ins Pure Ten Nostalgic Chassis.

Dann kam der große Moment: Der Testlauf – der dann auch mit kleinen Starthilfe-Kniffen erfolgreich verlief.

Der Motor sprang an und lief ruhig auf der Werkbank. Die anschließende Testfahrt war ebenfalls erfolgreich.

Ein kleines Kurzvideo zeigt das noch einmal.

 

 

Nun kann ich mich daran machen, die Ford GT-40 Lexan-Karosse vom alten Lack zu befreien. Ein mühselige Arbeit, von der ich berichten werde. Um nicht nur Ford zu fahren, habe ich noch ein ’63 Corvette Lexan-Body erstanden, der auf dem Weg zu mir ist. Somit ist der Vintage-Verbrenner hoffentlich bald wieder mit passendem Kleid on the road.

 

Horrido und stay tuned

 

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Yamaha TY50 Restaurierung: Fertig

An diesem Wochenende war es nach gut vier Monaten Restaurierung soweit – die Maschine kam aus der Bastelkammer wieder an das Tageslicht.

Bei gutem Sonnenschein macht die 50er-Trial einen tollen Eindruck…

TY50M-restauriert_links

TY50M-restauriert_rechts

Nach drei kurzen Kicks auf den Starterhebel fing der Motor sofort an zu schnurren – da habe ich gleich ein kleines Filmchen machen müssen:

 

Derzeit läuft der Motor mit einem 1:20-Gemisch, da ich der Autolube-Pumpe noch nicht so recht traue. Bei Gelegenheit werde ich aber auch dieses Bauteil prüfen und einstellen. Solange fahre ich mit der 1:20-Mischung. Die Zuleitung der Autolube-Pumpe zum Ansaugkanal ist bis dahin erst einmal abgeklemmt.

Eine erste Runde mit der Trial hat gezeigt, dass offensichtlich am Teikei-Vergaser (Typ TK y14P) etwas undicht ist. Entweder ist die Dichtung am Choke oder die des Vergaserdeckels undicht. Das werde ich mir nun einmal näher ansehen und die Dichtungen erneuern. Zudem müssen die Vorder- und Hinterradbremsen  noch strammer eingestellt werden.

 

Etwas Arbeit ist noch zu tun – aber die kleine Yamaha läuft, fährt sich gut und sieht dabei toll aus – ein Traum..;-)

Soweit von draußen vor der Bastelkammer…

 

Hirohito und stay tuned.

 

Yamaha TY50 Restaurierung: Motoraufbereitung

Da der Motor gut lief, als ich die Maschine bekommen habe, und ansonsten keine Undichtigkeiten oder Leistungseinbußen bei der Testfahrt festzustellen waren, habe ich mich auf eine äußerliche Aufarbeitung beschränkt. D.h. generelle Reinigung, Kühlrippen reinigen und polieren, Motorseitenteile eine neue Farbschicht gönnen. Natürlich frisches Getriebeöl und eine neue Zündkerze.

 

Hier die bildliche Darstellung der Arbeiten:

Der Motor wird teildemontiert.

Der Motor wird teildemontiert.

Sand mehrere Jahrzehnt war wir festgebacken...

Sand mehrerer Jahrzehnte war wie festgebacken…

Wie bei soviel Sand die Kupplung überhaupt noch funktionieren konnte ist mir ein Rätsel...

Wie bei soviel Sand die Kupplung überhaupt noch funktionieren konnte ist mir ein Rätsel…

Ne Schippe voll Sand hielt der Motor bereit.

Ne Schippe voll Sand hielt der Motor bereit.

Das alte Getriebeöl muss raus.

Das alte Getriebeöl muss raus.

 

Die Seitenteile werden nach der Demontage erstmal gründlich gereinigt.

Die Seitenteile werden nach der Demontage erstmal gründlich gereinigt.

Die Kreutschrauben des rechten Seitendeckels musste ich mittels Schlagschrauber lösen.

Die Kreutzschrauben des rechten Seitendeckels musste ich mittels Schlagschrauber lösen.

Der Lack ist arg mitgenommen und wird erneuert.

Der Lack ist arg mitgenommen und wird erneuert.

Linke Seitenteile sind vom alten Lack befreit.

Linke Seitenteile sind vom alten Lack befreit.

Das geschliffen rechte Motorgehäuse.

Das geschliffen rechte Motorgehäuse.

grundiert...

grundiert…

Die lackierten Seitenteile warten auf ihre Montage.

Die lackierten Seitenteile warten auf ihre Montage.

Auf der rechten Seite kommt eine neue Dichtung zwischen Seitenteil und Motorgehäuse.

Auf der rechten Seite kommt eine neue Dichtung zwischen Seitenteil und Motorgehäuse.

Montiert: Die rechten Seitenteile...

Montiert: Die rechten Seitenteile…

Nach der Montage bekommt das Getriebe frisches Öl.

Nach der Montage bekommt das Getriebe frisches Öl.

Horrido und stay tuned..